3ter Brief von (D)einem inneren Kind

Dritter Brief von (D)einem Inneren Kind

Hallo Du da, weißt Du wer ich bin?

 

Wenn Du Verlustängste hast, dann bin ich das. Wenn Du versuchst es allen recht zu machen, dann bin ich das. Wenn Du versuchst diese Gefühle, die so dolle weh tun, zu unterdrücken, oder Dir schön zu reden, dann bin das immer noch ich. All das bin ich. Ich Dein rebellisches Inneres Kind.

Und heute muss ich mal was loswerden, was mir schon die ganze Zeit auf die Nerven geht, nein, was mich eigentlich richtig richtig wütend macht.

Stell Dir mal vor, dass ich in mir so einen dollen Schmerz hab, so eine Last tragen muss, so verletzt bin und ich brauche DICH, meine Große dafür, dass Du mich davon befreist.

„Allein schaffe ich das nämlich nicht.“

Eigentlich möchte ich Dir voll und ganz vertrauen, aber ich bin so oft enttäuscht worden, so oft habe ich erfahren, dass ihr Großen was sagt, Versprechungen macht und sie dann nicht haltet.

Du hast mich so oft verraten, …

…weg gedrückt, hintergangen und gleichzeitig trage ich diese Verletzungen in mir, deshalb schicke ich Dir immer wieder Menschen in Dein Leben, um Dich an meine Verletzungen zu erinnern, ja Du hast richtig gehört, ich schicke Dir diese Menschen, weil das die einzige Möglichkeit für mich ist, dass Du meine Verletzungen fühlst.

„Aber Du trickst mich immer wieder mit neuem Gehirngedöns aus.“

Ich schicke Dir jemanden in Dein Leben, damit Du meine Verlustangst spürst, die ich in mir trage und Du laberst Dir dann ein, dass der Mensch ja Deine Dualseele, Zwillingsseele, Karma, Seelenpartner aus einem Leben ist, dass Du lange lange vor mir gelebt hast. Auch die Tatsache, dass unsere Seele das so wollte, ganz ehrlich, interessiert mich einen Scheiß.

Ich bin Dein Inneres Kind,…

…aus diesem Leben mit wirklich gelebten Gefühlen und gedachten Gedanken…ich komm nicht aus dem Mittelalter, oder aus Avalon, Atlantis, oder was auch immer. Und Dein spirituelles Gelaber geht mir sowas von auf die Nerven und macht mich richtig wütend. Ich will nicht, dass Du verstehst, dass ich da bin und warum. Ich will, dass Du mich fühlst und erkennst was ich brauche.

Also hör endlich auf mich mit Deinem blöden Gedankengedöns wieder auszureden und fang endlich an mich zu akzeptieren, mich zu fühlen und diese Gefühle auch auszuhalten, ohne Netz und doppelten Boden. Hör auf Dich von mir abzulenken, nimm mich wahr.

Ich brauche Dich. Ich habe Dich nur Dich, …

…aber ich habe aufgegeben, Dir vorsichtig zu zeigen, dass ich da bin…ich kann Dich nur auf mich aufmerksam machen, wenn ich richtig präsent werde, aggressiv, zickig, gemein, zerstörend. Und weil ich Dich so sehr brauche, ist es für mich das schlimmste, wenn sich noch jemand zwischen uns stellt, zum Beispiel so ein Mann, dem Du dann Deine Aufmerksamkeit und Liebe gibst, die ich so sehr brauche.

Nee, nix da…das werde ich zerstören, bevor es mich zerstört, bevor er diese ganz ganz zarte, zerbrechlich Verbindung von mir zu Dir zerstört, meine liebe Mama.

Ich bin geprägt durch das angepasste Kind, …

…was Du warst und habe mich daraus entwickelt, denn selbst wenn Du versucht hast Dir einzureden, dass es richtig war, wie Dich die Großen behandelt haben, wie sie Dich abgewertet, weggeschoben, ausgenutzt haben, gab es immer auch mich, der Anteil in Dir, der sehr wohl diese Ungerechtigkeit wahrgenommen hat, der wütend war und ist.

Oftmals lässt Du mich noch nicht mal durch Deine Wut in Dir spürbar werden und wunderst Dich gleichzeitig, dass Du nix fühlen kannst, dass Du Dich nicht wertvoll fühlst.

Ich bin Du und Du bist ich. Wir gehören zusammen. Für immer.

Dein Inneres Kind

Ein Gastkommentar von Kirsten Stefen (Psychologische Beraterin)